Veröffentlicht am: Juli 4, 2020 Geschrieben von: Ella Comments: 0
Funktioniert die Low Carb Ernährung im Spitzensport?

Die Low Carb Ernährung kann bei Diät-willigen Menschen große Erfolge erzielen. Wer die Aufnahme seiner Kohlenhydrate deutlich reduziert, kann Gewicht verlieren. Doch der Spitzensport stellt ganz andere Anforderungen an den Körper. Hier geht es darum in einer vorgegebenen Zeit möglichst schnell 100 % seiner Leistungskraft abzurufen. Dazu benötigt es grundsätzlich „Muskelbenzin“. So bezeichnen Sportmediziner gerne die Kohlenhydrate, die für einen starken Leistungsanstieg sorgen können. Wie ist daher eine Low Carb Ernährung mit dem Spitzensport vereinbar?

Experten raten Spitzensportlern davon ab, ihre Ernährung auf Low Carb umzustellen. Das hat einen wesentlichen Grund. Kohlenhydrate gelten als perfekter Energielieferant. Schließlich sorgen diese Lebensmittel für einen schnellen Energieschub im Körper, das kommt den Anforderungen von Spitzensportlern, die über einen längeren Zeitraum ihre volle Leistung bringen müssen, perfekt entgegen. Zahlreiche Studien haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt und bestätigen, dass eine Ernährungsumstellung auf Low Carb für Spitzensportler keine Vorteile bringt. Ein gutes Beispiel dafür lieferte vor einigen Jahren Borussia Dortmund.

Experiment gescheitert?

Deren Trainer Thomas Tuchel hatte sich privat mit dem Thema beschäftigt und mit einer Ernährungsumstellung gute Erfahrungen am eigenen Leib gemacht. Das wollte er gerüchteweise auch in der Mannschaft umsetzen. Dass Tuchel großen Wert auf die Ernährung seiner Schützlinge legt, ist bekannt. Doch dieses Experiment, auch wenn es nie bestätigt wurde, ging offenbar schief. Zunächst strich der Trainer seinen Spielern die Pasta, was beim Haus- und Hoflieferanten des BVB Protest auslöste. Dann erregte vor allem ein wichtiges Spiel Aufsehen und lenkte den Blick der Medien auf dieses Thema. Im Finale des DFB-Cups traf Borussia Dortmund auf Bayern München und lieferte gegen Ende des Spiels ein erschreckendes Bild ab. Die Mannschaft ging als Ganzes förmlich in die Knie. Sofort kochte die Gerüchteküche über, Schuld gaben viele einer möglichen Ernährungsumstellung auf Low Carb. Das ist kein Wunder, denn der plötzliche körperliche Leistungseinbruch der gesamten Mannschaft deutete stark darauf hin. Die Diskussionen wurden so laut, dass sich der Verein gezwungen sah, die verordnete Low Carb Ernährung per Presseaussendung zu dementieren. Nichtsdestotrotz widmete sich Tuchel auch weiterhin dem Thema. Bei seinem nächsten Klub Paris Saint-Germain verfeinerte er offenbar seine Arbeit und hatte damit großen Erfolg. Dort erforschte er die Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Spieler und erstellte individuelle Rezepte, die schlussendlich zum Erfolg führten.

Experiment gescheitert?
Experiment gescheitert?

Das lässt sich auch auf das Leben von Amateursportlern übertragen. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Zunächst ist es wichtig diese zu identifizieren. Low Carb feiert zwar große Erfolge, wenn es darum geht Gewicht zu verlieren, doch für den Spitzensport scheint diese Form der Diät die Falsche zu sein. Das „Muskelbenzin“ Kohlenhydrate bleibt auch weiterhin für Spitzensportler ein Thema. Wer sich für dieses Thema interessiert und weitere Informationen sucht, der findet diese auch beim Deutschen Fußball-Bund. Dort hebt man die Energielieferanten Nudeln, Vollkornbrot, Reis und Kartoffeln besonders hervor. Sie sollten lauf Ansicht des DFB in der Ernährung von Fußballern auf jeden Fall Platz haben. Für Hobbysportler kann Low Carb ein Thema sein. Hier geht es eben nicht darum ständig am Leistungslimit zu „laufen“, sondern Freude am Sport zu haben. Spitzenleistungen werden wohl auch in Zukunft Kohlenhydrate benötigen.